Diese Seite wurde erstellt, um sich mit der Erziehung unserer Lieblinge zu befassen.

Erziehung ist wichtig und beginnt vom ersten Tag an. Sobald ein Welpe einzieht,
arbeitet man daran, was erlaubt ist und was man auf keinen Fall haben möchte.
Dazu braucht man Zeit, Konsequenz und Ruhe.
Die Seite „Auf ein Wort“ befasst sich ebenfalls teilweise mit diesem Thema.

Jeder hat andere Ansprüche und Voraussetzungen. Manche leben in der Stadt oder
sogar in der Großstadt, andere – wie meine Havaneser – auf dem Land.
Beides hat Vor- und Nachteile.

Stadthunde empfinden es sehr schnell als normal, wenn es überall von Hunden
und Menschen nur so wimmelt. Dementsprechend sind sie die „coolen Socken“.
Ein möglicher Nachteil ist, dass sie viel seltener die Möglichkeit haben,
sich ohne Leine richtig auszutoben. Schön ist es für diese Hunde, wenn sie ab und zu die Gelegenheit haben,
einen Ausflug in die ungestörte Natur zu machen.

Meine Hunde sind echte Landeier 😊. Sie können sich auf unseren Spaziergängen frei auspowern,
sind entsprechend ausgeglichen und trainiert.
Sie müssen sich dann aber auch in der Stadt gut benehmen können.

Worauf kommt es nun beim Havaneser genau an? Beginnen wir ganz am Anfang – beim Welpen.

Das Durchschlafen ist für mich einer der wichtigsten Punkte – denn erholsamer Schlaf ist
sowohl für Mensch als auch für Hund wichtig. Natürlich schlafen Welpen noch keine acht Stunden
oder länger am Stück, aber fünfmal pro Nacht müssen sie auch nicht hinaus.
Da stellt sich schon die Frage: Wer erzieht hier eigentlich wen?

Meine Welpen schlafen in einer Schlafbox neben meinem Bett, in einem abgedunkelten Schlafzimmer –
mit einem Kuscheltier und ihrer eigenen Welpendecke. Ich halte die Hand in die Box,
bis der Welpe zur Ruhe kommt und einschläft. Dann schlafe auch ich – und zwar bis zum Morgen. 😉

Wenn der Welpe in der Nacht unruhig wird, stehe ich nicht auf. Noch nie hat sich ein
Welpe in seiner Box erleichtert; sie halten alle durch, bis wir morgens aufstehen.
Natürlich kennen mich meine Welpen gut – in einem neuen Zuhause klappt das vielleicht nicht sofort,
aber nach spätestens drei Nächten funktioniert es in der Regel zuverlässig.

Auch meine erwachsenen Havaneser schlafen im Schlafzimmer – in großen Schlafboxen.
Sie lieben ihre Kuschelhöhlen und gehen ganz selbstverständlich zum Schlafen hinein.
Dann heißt es: endlich Feierabend. 😊

Die Stubenreinheit ist der nächste Punkt. Es gibt keine allgemein gültige Zeitspanne,
wann ein Welpe zuverlässig sauber ist. Wie bei Babys gibt es die schnellen Welpen,
die fast nie ins Haus machen, aber auch Exemplare, bei denen es gefühlt ewig dauert.
Es ist wichtig, die Signale des Welpen zu erkennen – und da zeigt sich jeder anders.
Beobachten und schnell reagieren ist die beste Strategie, um Pfützchen und Häufchen zu vermeiden.
Sollte es aber doch passiert sein, entfernt man die Hinterlassenschaft kommentarlos,
denn der Welpe versteht Minuten später nicht mehr, was er falsch gemacht hat.

Als Nächstes geht es um die wichtigsten Grundkommandos.
Das Kommen auf Zuruf ist das wichtigste Kommando überhaupt.
Sollte sich eine Gefahr zeigen, kann es lebenswichtig sein, dass der Hund sofort kommt,
wenn er gerufen wird.

Alle weiteren Kommandos wie Sitz, Platz, Bleib und Fuß werden in guten Hundeschulen vermittelt.
Was dabei jeder als besonders wichtig empfindet, muss jeder selbst entscheiden.
Meine Hunde kennen zum Beispiel kein „Sitz“, dafür aber das Wort „Steh“.
Sie wissen, was ich von ihnen möchte, und haben gelernt, auf mich zu hören – selbst ohne Worte.
Wie gesagt: Jeder hat da andere Vorstellungen und Bedürfnisse.
Darum legen wir allen ans Herz, sich eine gute Hundeschule zu suchen.

Kommen wir zur Körperpflege – für die Fellpflege gibt es eine extra Seite.

Der Welpe oder Junghund muss lernen und akzeptieren, dass er überall angefasst oder auch manipuliert wird.
Ein Hund, der sich beim Zähneputzen, Krallenschneiden oder Ohrenzupfen wehrt,
wird sich auch beim Tierarzt schwerer tun. Von Anfang an schneiden wir die Krallen der Welpen,
die Haare an den Pfoten und kontrollieren das Gebiss, kämmen sie am ganzen Körper.
Wir fassen die Welpen täglich überall an, sodass sie das gewohnt sind.
Das führe ich dann mit meinen Junghunden fort. Bisher hatte ich noch keinen Hund,
bei dem ich oder der Tierarzt nicht alles problemlos machen konnten, was nötig war.

Hat man es dann geschafft – der junge Hund hört schon ganz gut – kommt die Pubertät. 😊

Gelerntes wird vergessen oder ignoriert, das ist ganz normal. Nun heißt es: gelassen bleiben und dranbleiben.
Mein Rat: Nicht verzagen – diese Phase geht vorüber, und der Hund findet wieder Gehör.
Der Havaneser wird nun also erwachsen. Als triebstarke Rasse, was unsere Havaneser nun mal sind,
wird jetzt eifrig markiert. Draußen auf Wiesen und Feldern ist das völlig in Ordnung,
im eigenen Garten ebenfalls.
Anders sieht das im Haus oder – noch unangenehmer – in fremden Häusern aus.
Niemand ist begeistert, wenn der Gasthund seine Spuren hinterlässt.
Übrigens markieren Hündinnen genauso wie Rüden.

Aber was macht man nun? Man kann von Anfang an das Verhalten in die richtige Bahn lenken.

Da sind wir auf dem Land wieder etwas im Vorteil. Meine Hunde lernen von klein auf:
Gepinkelt wird nicht an der kurzen Leine – egal wo, egal wann!
Sie lernen also: Solange ich als Chef in unmittelbarer Nähe bin, ist Markieren tabu.
Das erleichtert vieles und hilft später ungemein.
Die Hunde markieren auch als Erwachsene nur sehr selten.

Das Alleinbleiben – Havaneser sind echte Begleithunde – sie wollen einfach bei ihren Menschen sein.
Langes, tägliches Alleinbleiben liegt ihnen nicht, und genau deshalb gebe ich keine Hunde an Berufstätige ab,
es sei denn, der Hund darf mit zur Arbeit. In vielen Berufen ist das heutzutage problemlos möglich,
sofern der Arbeitgeber sein Einverständnis gibt.

Trotzdem muss natürlich auch ein Havaneser lernen, dass er gelegentlich zu Hause bleiben kann.
Schließlich muss man ja mal einkaufen oder zum Arzt.
Dieses Alleinbleiben sollte aber behutsam und Schritt für Schritt geübt werden.
Darf der Havaneser seine Menschen im Alltag begleiten – ob bei Spaziergängen,
Ausflügen oder einfach bei den täglichen Erledigungen – ist die Welt für ihn in Ordnung.
Hauptsache, er darf dabei sein. ❤️

Eine Besonderheit unserer Havaneser ist ihr Fressverhalten.

Ich freue mich über jeden Havi, der buchstäblich verfressen ist – denn die sind viel leichter zu erziehen.

Es ist um ein Vielfaches einfacher, das Futter zu portionieren,
als einen Havaneser zum Fressen überreden zu wollen.

Der Großteil der Havaneser ist eher mäkelig – da wird das Futter,
das sie beim Züchter gefressen haben, einfach nicht mehr angerührt.
Oft liegt das an verschiedenen Gründen: Die Geschwister fehlen – gemeinsam schmeckt es eben besser.
Oder der süße Kleine bekommt so viele Leckereien, dass er schlicht und einfach satt ist und weiß,
dass es Besseres gibt als normales Hundefutter.

Wenn es dann so weit gekommen ist, dass das Hündchen nicht mehr an den Napf geht,
wird eine Futtermarke nach der anderen ausprobiert – was alles nur noch schlimmer macht.

Die Frage ist nun: Wer sitzt am längeren Hebel? 😉 Jetzt ist Durchhaltevermögen seitens der Besitzer gefragt.
Mein Tipp: Futter hinstellen – wenn nicht gefressen wird,
kommt es weg und wird erst zur nächsten Mahlzeit wieder angeboten.
Ist der Hund hungrig genug, frisst er auch. Manch einer zieht dieses Spiel drei Tage lang durch.

Ich habe da selbst meine Erfahrungen machen müssen. Nach unseren Bernern,
die ihren Napf immer sofort geleert hatten, haben mich die Havaneser an meine Grenzen gebracht.
Ich war genauso am Verzweifeln – immer mit dem Gedanken: Der arme Kleine muss doch fressen!
Bis ich hart geblieben bin und dieses Verweigern ignoriert habe. Kein Hund verhungert am vollen Napf!